Das Wort des Präsidenten
29.06.2026Beherrschen wir die wundervolle Gabe des «rede mitenand», einander
zuhören?
Es gibt Leute, die erzählen von sich – und erzählen – und erzählen. Wenn
man dann selbst dazwischen einen eigenen Gedanken platzieren kann,
wissen sie sofort bestimmt noch eine dramatischere Story – und erzählen,
erzählen, erzählen. Von Zuhören keine Spur …
Die Massenmedien ermitteln ein Bild, in dem die Gesprächskultur meist
negativ und in hitzige Diskussionen ausartet. Die Talk-Shows driften in
Selbstdarstellungs-Cabarets ab, in denen Leute mit ihrer vorgefassten
Meinung antreten und versuchen, diese gegen die anderen durchzusetzen.
Da kommt es zu rhetorischen Höhenflügen, zu Wahnsinnsformulierungen
und unverständlichem Überzeugungssumpf. Die Meinung des Gegners gilt
von vornherein als falsch, wird sofort als Angriff empfunden und muss
daher gar nicht aufgenommen oder gar verstanden werden.
Selbstverständlich gibt es in solch kämpferischem Klima kaum Sieger –
aber um so mehr Verlierer.
Diese Art «rede mitenand» wollen wir bei uns nicht pflegen. Sobald wir
nämlich mit unterschiedlichen Meinungen umgehen können, haben wir
auch viel über uns selber gelernt. Wir lernen, dem Gesprächspartner zu
zuhören. Wir lernen, ihn und seine Meinung ernst zu nehmen und folglich
unsere eigene vorgefasste Meinung zu überprüfen oder gar zu relativieren.
Daraus können überraschende und allseits akzeptierte neue Meinungen,
Lösungen oder Resultate entstehen. Welch ein Gewinn!
Die beste Übungs-Plattform bilden die Partnerin oder der Partner, die
Familie – oder eben, wir Scharfschützinnen und Scharfschützen.
Euer Präsident
Frank Pfirter